versehen mit den besten Wünschen für 2010 erreicht Sie heute der erste E-Brief dieses Jahres.
Er ist gekennzeichnet von Aus- und Rückblicken. Mitte des Jahres läuft unsere Amtszeit aus, und wir schauen zurück auf unsere Aktivitäten 2009 und freuen uns auf die verbleibenden Vorhaben in diesem Jahr.
Bitte merken Sie sich schon das Datum für den nächsten Landespsychologentag vor: 10. Juli 2010.
Ebenfalls gesondert hinweisen möchten wir Sie auf den "3. Existenzgründungs- und Existenzsicherungstag" am 13. März 2010 in Stuttgart, der unter der Schirmherrschaft der Landesgruppe stattfindet.
Folgende Themen finden Sie in diesem E-Brief:
1. Ein Rückblick: Die Aktivitäten der Landesgruppe 2009 2. Wahlen zur Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg 2009: Ergebnisse und nächste Schritte 3. Die Delegiertenkonferenz - Einladung zur Mitarbeit im höchsten Organ des BDP 4. Vorstandsmitglied Elisabeth Noeske berichtet von den Projekten in der Sektion Klinische Psychologie 5. Ein Ausblick: Die Pläne der Landesgruppe 2010 - Existenzgründungs- und Landespsychologentag sowie MV mit Vorstandswahlen 6. Anfrage des Landessportbundes: Mitwirkung an einem Projekt der "Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg" 7. Veröffentlichungen von Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung und Robert-Koch-Institut 8. Aufruf des ZPID zur Teilnahme an einer Online-Befragung 9. Termine
Mit freundlichen kollegialen Grüßen
der Vorstand Ihrer BDP-Landesgruppe Baden-Württemberg
1. Ein Rückblick: Die Aktivitäten der Landesgruppe 2009
1.1 Landespsychologentag in Stuttgart
„Familie heute – Auslaufmodell oder Chance für die Zukunft?“ war das Motto unseres gut besuchten Landespsychologentages, der am 20. Juni in Stuttgart stattfand, wieder wie in den Vorjahren als Präsentationsforum, bei dem erfahrene Kollegen und Kolleginnen verschiedene Themenblöcke im Hauptreferat und in zehn Workshops vorstellten.
Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Dr. Christoph Käppler (Ludwigsburg) – „Familie heute – was kann die Familienpsychologie zum Verständnis und gelingender Berufspraxis beitragen?“
Das Thema des Tages haben wir in Anlehnung an den letztjährigen Bericht des BDP gewählt („Familien in Deutschland – Beiträge aus familienpsychologischer Sicht“). Am Vor- und Nachmittag wurde in insgesamt 10 Workshops eine große Bandbreite familienpsychologischer Fragestellungen behandelt.
Informationen über den Landespsychologentag finden Sie auf unserer Website (über die Seite „Aktuelles“ bzw. das Archiv 2009; das benötigte Passwort können bei der Landesgruppe erfragen).
1.2 Bundestagswahl und Wahlprüfsteine des BDP
Die Landesgruppe beteiligte sich am Projekt des Verbandsvorstands anlässlich der Bundestagswahl im September, „Wahlprüfsteine 2009“. Kandidaten und Kandidatinnen verschiedener Parteien wurden in Baden-Württemberg angeschrieben und gebeten, auf ausgewählte Fragen aus den BDP-Wahlprüfsteinen zu antworten.
Die eintreffenden Antworten haben wir Ihnen umgehend auf unserer Website zur Verfügung gestellt. Wir erhielten acht Antworten vor und eine Antwort nach der Wahl.
1.3 Mitgliederversammlung
Am 20. Juni 2009 fand unsere Mitgliederversammlung statt. Es wurden Nachwahlen notwendig, nachdem Roland Raible und Christine Geyer zurückgetreten waren.
Es wurden Elisabeth Noeske und Barbara Humbert in den Vorstand gewählt. Elisabeth Noeske wurde außerdem als Ersatzdelegierte gewählt.
1.4 Medientraining
Am 24. Januar 2009 lud die Landesgruppe nach Stuttgart zu einem eintägigen Medientraining unter der Überschrift „Psychologinnen und Psychologen als Experten in der Presse, mit dem Mikrophon und vor der Kamera“ ein.
Als Referentin fungierte Christa Schaffmann, die Pressesprecherin des BDP und Chefredakteurin von „Report Psychologie“. Praxisnah wurde in Interviews und Talkrunden die Arbeit mit Medienvertretern geübt. Auch wer sich nur schlau machen wollte, wie seine eigenen beruflichen Themen über die Presse bekannt gemacht werden können, erhielt wertvolle Tipps vom Profi.
Schade ist, dass nur 12 Teilnehmer und Teilnehmerinnen unserer Einladung gefolgt sind, das Training war für alle Landesgruppen-Mitglieder offen. Die Teilnehmenden gaben eine positive Rückmeldung und sind nun bestens gerüstet für Interviews, wenn wieder einmal das Wissen von Psychologinnen und Psychologen gefordert wird. Einen Bericht über das Training finden Sie auf unserer Website.
1.5 Sonstiges
Wir freuen uns über die aktiven Regionalgruppen / Stammtische in Freiburg, in Schorndorf im Rems-Murr-Kreis und in Karlsruhe. Die kollegialen Treffen sind (teilweise) als Fortbildungsveranstaltungen von der Landespsychotherapeutenkammer anerkannt. Themen und Termine finden Sie auf unserer Website.
Darüber hinaus haben wir im letzten Jahr zwei E-Briefe an Sie verschickt mit viel positiver Resonanz aus der Mitgliedschaft – und wir sehen, dass unser Beispiel Schule macht und auch andere Untergliederungen des BDP diesen Weg der unkomplizierten Mitgliederinformation wählen.
2. Landespsychotherapeutenkammer und Wahlen zur Vertreterversammlung: Ergebnisse und nächste Schritte
Mit der Liste „Kompetenz und Vielfalt“ (für PP) (siehe auch Website des VPP-Landesfachverbandes) sind wir wieder zur Kammerwahl angetreten und 2009 erstmals auch mit einer weiteren Liste für Psychologische Psychotherapeuten in Ausbildung („Kompetenz und Vielfalt – für PiA“). Es war uns bereits in der Gründungsphase der Landespsychotherapeutenkammer ein wichtiges Anliegen, dass auch unser Nachwuchs in die Kammerarbeit einbezogen und beteiligt wird.
Damals war dies aufgrund des Heilberufekammergesetzes BW noch nicht möglich. Inzwischen wurde das Gesetz geändert und bei der Kammerwahl 2009 konnten zum ersten Mal auch PiA wählen und gewählt werden. – Und Kerstin Lutz, die als PiA für den BDP kandierte, wurde gewählt – worüber wir uns alle sehr freuen!
Der BDP ist damit in der Vertreterversammlung wieder mit drei Sitzen vertreten (Kerstin Lutz, Elisabeth Noeske und Ute Steglich).
Auf der konstituierenden Vertreterversammlung am 30. Januar 2010 in Stuttgart wurden der neue Vorstand der Kammer und die Mitglieder der verschiedenen Ausschüsse gewählt. Folgende BDP-Vertreter/innen arbeiten in Ausschüssen mit:
Ute Steglich (Haushaltsausschuss), Jochen Stien (Berufsordnungsausschuss), Kerstin Lutz (Ausschuss Aus-, Fort- und Weiterbildung), Vasco Dos Santos (Ausschuss Qualitätssicherung), Thomas Müller-Staffelstein (Ausschuss Ambulante Versorgung) und Elisabeth Noeske (Ausschuss Psychotherapie in Institutionen).
Kerstin Lutz (PiA-Vertreterin) wurde als BDP-Vertreterin in die Bundesdelegiertenversammlung gewählt.
3. Gestatten: Die Delegiertenkonferenz – Vorstandsmitglied Michael Ziegelmayer (DK-Vorstand) über die Legislative im BDP
Die Delegiertenkonferenz des Verbandes ist zwar „nur“ das entscheidende beschlussfassende Organ des Verbandes auf Bundesebene, daher könnte man meinen, dass ihre Arbeit relativ weit von den konkreten Themen der Landesgruppe entfernt liegt. Gerade das vergangene Jahr hat jedoch gezeigt, dass es hier sehr enge Berührungspunkte gibt, und dass die Arbeit der Delegiertenkonferenz (kurz: DK) für die Landesgruppe von großer Bedeutung ist.
Erster und augenfälligster Punkt dabei ist der schon länger zurückliegende Beschluss der DK, dass der Verband einmal jährlich einen Bericht zu einem gesellschaftlich relevanten psychologischen Thema herausgibt. 2009 erschien der dritte Bericht dieser Art zum Thema Familienpsychologie und dieser Band lieferte den inhaltlichen Rahmen für einen sehr gut besuchten Landespsychologentag unter dem Thema „Familie heute“ im Juni in Stuttgart – ein sehr gutes Beispiel für eine Synergie zwischen den verschiedenen Ebenen des Verbandes.
Ein enger thematischer Austausch zwischen Landesgruppe und DK
Ein weiteres Beispiel für die gute Kooperation zwischen Landes- und Bundesebene im Verband unter Einschluss der DK ist die Problematik der Inklusion von behinderten Kindern in der Regelschule. In Baden-Württemberg gab es da ein besonders eklatantes Beispiel für einen Verstoß gegen dieses Prinzip, zu dem auch die Landesgruppe sehr deutlich Stellung genommen hat. (Näheres enthält Beitrag der Kollegin Noeske in diesem E-Brief). Dank einer Initiative auf der DK 1/ 2009 hat die DK dieses Thema aufgegriffen und im Zusammenhang mit der kürzlich erfolgten Ratifizierung der entsprechenden UN-Konvention auch auf Bundesebene noch einmal auf das Thema aufmerksam gemacht. Weitere Aktivitäten auch auf Bundesebene sind geplant. Nähere Einzelheiten finden Sie im oben genannten Beitrag.
Weitere Themen, mit denen die DK sich in 2009 beschäftig hat und die sowohl auf Bundes- wie auf Landesebene von besonderer Bedeutung sind, sind die durch das Forschungsgutachten des Bundesgesundheitsministeriums angestoßene Frage der Novellierung des Psychotherapeutengesetzes, die Frage der Führung der Berufsbezeichnung Psychologin/ Psychologe, nachdem seit kurzem die ersten Bachelor-PsychologInnen auf dem Arbeitsmarkt erscheinen und die Erarbeitung von Wahlprüfsteinen im Zusammenhang mit der Bundestagswahl 2009.
Insbesondere zu letzterem Punkt gab es ja auch im Lande eine Reihe interessanter Kontakte mit KandidatInnen der Parteien, über die Sie auf der Website der Landesgruppe informiert wurden.
Berufspolitik auf höchster Ebene
Die Frage der Berufsbezeichung und vor allem die der Berufsperspektiven der jungen KollegInnen, die mit einem Bachelor-Abschluss die Universitäten verlassen, ist ein weiteres Thema, das in einem Lande mit insgesamt fünf psychologischen Universitätsinstituten und weitren Hochschul- bzw. Fachhochschulausbildungen im psychologischen Bereich natürlich von besonderer Bedeutung ist. Neben den Absolventen der Psychologie-Bachelor-Studiengänge wird es in Zukunft eine Vielzahl von Absolventen unterschiedlichster Masterstudiengänge geben, die Psychologie in der Bezeichnung führen (wollen), bei denen jedoch bisher nur teilweise klar ist, welchen Anteil die psychologischen Lerninhalte während des Studiums umfassen. Psychologe/-in in der Berufsbezeichnung zu führen, ist für AbsolventInnen unterschiedlichster Studiengänge offenbar ein sehr attraktives Ziel.
Die DK hat mit ihrer Beschlussfassung zu diesem Thema die Definitionsmacht genutzt, die dem Verband seitens der Rechtsprechung und der Politik als wesentlicher Interessenvertretung der PsychologInnen unterschiedlichster fachlicher Ausrichtung zugestanden wurde. Sie legt für den Verband ein differenziertes Raster von Berufsbezeichnungen vor, das es sowohl Fachleuten als auch der interessierten Öffentlichkeit ermöglicht, die unterschiedlichen Qualifikationsniveaus, die es bei PsychologInnen in Zukunft geben wird, voneinander zu unterscheiden.
Dies dürfte für Baden-Württemberg von besonderem Interesse sein, da das Recht des Verbandes zu definieren, wer die Berufsbezeichnung Psychologin/-e führen darf, erst kürzlich in einem Rechtsstreit mit einer privaten Hochschule in Baden-Württemberg, die einen Bachelor im Bereich Wirtschaftspsychologie anbietet, bestätigt wurde.
Auch die bevorstehende Novellierung des Psychotherapeutengesetzes ist ein Thema, mit dem die DK sich zentral befasst, das erhebliche Auswirkungen auf die berufliche und Ausbildungssituation in Baden-Württemberg haben wird. Allein die Frage, ob es bei der bisherigen Voraussetzung eines fünfjährigen Studiums der Psychologie für die Aufnahme in die Psychotherapeutenausbildung bleibt oder nicht, hat weitreichende Auswirkungen nicht nur auf die zukünftigen Generationen von PsychotherapeutInnen, sondern auf alle psychologischen Berufsbereiche, da hier ein Standard gesetzt werden wird, der auf die Ausbildungsstandards in den übrigen Anwendungsbereichen sehr wahrscheinlich erhebliche Auswirkungen haben wird.
Wahlen der Landesgruppen-Delegierten für die Periode 2011 – 2013
Sie sehen – die DK ist mit ihrer Arbeit nicht so weit von den konkreten Aufgaben der Landesgruppe entfernt und bis Anfang 2011 werden auch in der Landesgruppe Baden-Württemberg neue Delegierte für die DK gewählt – wenn Sie interessiert sind, wenden Sie sich an den Vorstand der Landesgruppe oder auch unmittelbar an den DK-Vorstand.
4. Vorstandsmitglied Elisabeth Noeske berichtet von ihren Projekten in der Sektion Klinische Psychologie
Elisabeth Noeske ist nicht nur Mitglied im Landesgruppenvorstand, sondern auch Beisitzerin im Vorstand der Sektion Klinische Psychologie.
Über einige aktuelle Projekte berichten wir in diesem E-Brief. Es handelt sich dabei um
das Eintreten für muttersprachliche Therapie,
die Mitarbeit in einem Konsensus-Prozess und
Inklusion.
4.1 Muttersprachliche Therapie
Die Sektion Klinische Psychologie setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund überall in Deutschland die aus medizinischen Gründen erforderliche muttersprachliche Psychotherapie erhalten können.
In der Bundesrepublik Deutschland gibt es für Menschen die die deutsche Sprache nicht oder kaum beherrschen keine ausreichende und qualitativ gesicherte muttersprachliche psychotherapeutische Versorgung. Dieses Manko trifft Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund besonders hart. Von dieser Problematik sind alle Menschen mit Migrationshintergrund betroffen – auch beitragszahlende Versicherte.
Sowohl unter dem Aspekt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist (wenn auch mit begrenztem Kontingent) und unter Berücksichtigung, dass Deutschland die Flüchtlingskonvention unterzeichnet hat, was mit der Verpflichtung zur Aufnahme von traumatisierten Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten einhergeht, ist eine solche Situation nicht länger tragbar.
Bei der Ablehnung von Anträgen auf muttersprachliche Therapie verweisen die Krankenversicherungen gegebenenfalls auf mehrere ablehnende Entscheidungen des Bundessozialgerichts und rund ein Dutzend unterinstanzliche Urteile. Die Gerichte begründeten ihre Ablehnung vorrangig damit, Deutsch sei in Deutschland Amtssprache. Diese Argumentation überzeugt schon deshalb nicht, weil im Sozialrecht die Amtssprache nur für das Verwaltungsverfahren, nicht aber für das Behandler-Therapeut-Verhältnis relevant ist. Vor allem ist die Behauptung, die Sprachkompetenz sei Nebenleistung der Behandlung, für den Bereich der Psychotherapie in keiner Weise nachvollziehbar. Hier ist die Kommunikation ja gerade nicht Nebensache, sondern eine Grundvoraussetzung und damit Hauptsache der Behandlung.
Sicherlich argumentieren die Gerichte zu Recht damit, dass eine psychotherapeutische Behandlung nicht generell lediglich in der jeweiligen Muttersprache des/r PatientIn sinnvoll durchgeführt werden kann, denn zahlreiche Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland kulturell und sprachlich integriert. In der Regel muss über eine mögliche sprachliche Barriere hinaus die Besonderheit des jeweiligen kulturellen Hintergrundes des/r PatientIn beachtet werden. So sind vom/von der Therapeutin auch spezifische ethnische Kompetenzen zu fordern und seine/ihre Geschlechtszugehörigkeit im Bezug zum Patienten ist zu berücksichtigen. Dennoch kann der Folgerung der Gerichte, dem Aspekt der Sprachkenntnisse sei eher nachrangige Bedeutung zuzumessen, nicht gefolgt werden. Die Sozialrechtlerin Frau Prof. Ulrike Davy kritisiert denn auch das BSG-Urteil vom 06.02.2008: „Erforderlichkeit ausländischer Sprachkenntnisse eines Psychotherapeuten für eine Ermächtigung - Gewährleistung der Verständigung in nichtdeutscher Muttersprache als Leistung der GKV“, in: Die Sozialgerichtsbarkeit 2009, 296 - 298).
Die Sektion Klinische Psychologie im BDP hat sich in dieser Angelegenheit mit den Partnersektionen im BDP, die ebenfalls mit der genannten Problematik befasst sind sowie mit dem Hauptverband in Verbindung gesetzt. Gemeinsam mit anderen Verbänden soll eine Petition an den "Petitionsausschuss" des Deutschen Bundestages verfasst und eingereicht werden. Wir hoffen, genügend Unterstützer zu finden, die sich mit ihrer Unterschrift beteiligen. Auf diese Weise wollen wir erreichen, dass ein Gesetzesentwurf in den Deutschen Bundestag eingebracht wird und es zu einer Problemlösung durch Änderung des Sozialgesetzbuches V kommt.
4.2 Mitwirkung am Konsensus-Prozess
Im Auftrag des BDP beteiligt sich die Vorstandskollegin Noeske am Konsensus-Prozess „Psychosoziale Therapien bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen“.
Auf der ersten Konsensus-Konferenz zur Erarbeitung von S3-Leitlinien „Psychosoziale Therapien bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen“ am 07.12.2009 konnten unter großer Beteiligung der unterschiedlichsten Verbände, von Betroffenen und Angehörigen psychisch erkrankter Menschen erste Ergebnisse aus dem laufenden Konsensus-Prozess 2009/2010 konsensual verabschiedet werden. Vor allem zum Thema „Akutbehandlung im häuslichen Umfeld“ wurde ein erfolgreicher Zwischenschritt erreicht. Eine weitere Ausdifferenzierung der bisherigen Resultate erfolgt in den kommenden Monaten. Wegen des Umfangs der Aufgabe wurde für März 2010 ein zusätzliches Treffen vereinbart, um dann in einer abschließenden Konsensus-Konferenz am 17.06.2010 die letzten umfangreichen Empfehlungspunkte im Konsens verabschieden zu können.
4.3 Inklusion
„Es ist normal, verschieden zu sein“ (Richard VON WEIZSÄCKER)
Ein wesentliche Zielrichtung im Aufgabenbereich „Inklusion“ liegt für die Sektion Klinische Psychologie in dem Bemühen, eine Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen dahingehend zu erreichen, dass Menschen mit Behinderung die Unterstützung und Hilfe erhalten, die sie für eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen unserer Gesellschaft benötigen. Menschen mit Behinderung dürfen nicht lediglich in unsere Gesellschaft „hereingeholt“ (integriert) oder es ihnen ermöglicht werden, an den Angeboten unserer Gesellschaft „teilzuhaben“. Gemäß dem Konzept der Inklusion arbeiten wir an einer gänzlich neuen Qualität bezüglich des Miteinanders, der Pädagogik und der Infrastruktur kultureller und anderer Lebensräume.
Wir wollen mit unserer Forderung nach „Inklusion“ aber nicht bei den Menschen mit Behinderung halt machen, sondern beziehen in unser Denken und in unsere Bemühungen insgesamt die Komplexität und Heterogenität unserer Gesellschaft mit ein. So benötigen nicht nur Menschen mit Behinderung sondern auch solche anderer ethnischer Herkunft und Menschen, die mit anderen Kriterien gesellschaftlicher Minderheiten stigmatisiert werden, in allen Bereichen unserer Gesellschaft ein ihnen gemäßes Angebot zur gleichberechtigten Teilhabe.
Insofern setzen wir von der Sektion Klinische Psychologie uns dafür ein, dass in allen Bevölkerungsschichten eine zunehmende Bereitschaft entsteht, unsere gesellschaftlichen Strukturen und Auffassungen zu hinterfragen und dahingehend zu verändern, dass Unterschiedlichkeit zur Normalität wird. Dazu wollen wir alle Aspekte der Heterogenität von Gruppen und die Vielfalt von Personen insgesamt in den Blick nehmen und setzen uns dafür ein, dass jegliches dichotome Denken: Behindert – Nichtbehindert, Ausländer – Deutsche, Alte - Junge etc. in Frage gestellt und dabei jegliche Diskriminierung und Marginalisierung abgebaut wird.
Wir rufen alle KollegInnen, alle Multiplikatoren und die, die im öffentlichen Bereich und anderswo Verantwortung tragen, auf, sich mit uns für die Schaffung einer wirklich „inklusiven Gesellschaft“ einzusetzen.
5. Ein Ausblick: Die Pläne der Landesgruppe 2010
Bevor im Juli die Wahlen eines neuen Vorstandes anstehen, haben wir uns noch ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt – wir hoffen auf rege Teilnahme!
5.1 Existenzgründungstag
Wir freuen uns über eine Veranstaltung der Deutschen Psychologen Akademie (DPA) des BDP im Südwesten! Am 13. März 2010 findet in Stuttgart (im Hotel Commundo, ehemals Tagungshotel der Telekom in Stuttgart-Vaihingen) ein Existenzgründungstag statt.
Den Flyer dazu finden Sie im Anhang des E-Briefes.
Die Landesgruppe hat die Schirmherrschaft inne und wird den Tag organisatorisch und inhaltlich unterstützen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website zum 3. Existenzgründungs- und Existenzsicherungstag „Erfolgreich selbständig“. Den Flyer können Sie hier herunterladen.
5.2 Landespsychologentag 2010
Am 10. Juli findet der nächste Landespsychologentag statt.
Als Ort haben wir uns wieder für das SpOrt in Stuttgart-Bad Cannstatt entschieden.
Seien Sie unbesorgt: Es wird nicht ein drittes Mal gleichzeitig der Stuttgarter Zeitungslauf stattfinden – der ist für den 19./20. Juni angesetzt. Und es ist zwar WM-Zeit, aber frühestens um 20:30 Uhr treten die Deutschen Kicker auf dem südafrikanischen Rasen an.
Zurück zum Landespsychologentag:
Er wird sich um Krisen verschiedenster Art, ihre Auswirkungen sowie Hilfsangebote aus psychologischer Sicht drehen. Der Titel steht noch nicht fest, aber die Suche nach Referentinnen und Referenten hat schon begonnen.
Haben Sie Idee oder Vorschläge, welche Aspekte an diesem Tag von Interesse sein könnten? Teilen Sie sie uns per E-mail mit!
5.3 Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen
Im Anschluss an den Landespsychologentag ist eine Mitgliederversammlung mit Wahlen des Vorstands vorgesehen.
Die Einladung folgt.
Durch das Ausscheiden von Vorstandskollegen werden wieder Plätze im Vorstand frei. Wir freuen uns über Ihr Interesse an einer Mitarbeit! Fragen beantworten wir gerne – Kontaktdaten finden Sie untenstehend.
6. Anfrage des Landessportbundes bei der Landesgruppe: Mitwirkung an einem Projekt zur Betrieblichen Gesundheitsförderung im Rahmen der „Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg“
Im Rahmen des Nachhaltigkeitskonzeptes, das von der Landesregierung verfolgt wird (siehe dazu die Website der Landesregierung), betreibt der Württembergische Landessportbund ein Modellprojekt zur Vernetzung von Sportvereinen und kleinen und mittleren Unternehmen im Handlungsfeld „Betriebliche Gesundheitsförderung“. Hierbei wird vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen das Thema stärker in den Fokus gerückt, und es sollen den Betrieben die praktischen Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsförderung vermittelt werden.
In einem ersten Schritt sollen Modellprojekte in Kooperation mit den örtlichen Sportvereinen in den Regionen Oberschwaben und Böblingen / Sindelfingen durchgeführt werden.
Federführend in diesen Projekten sind neben dem WLSB örtliche Sportvereine, d.h. der MTV Wangen, der SV Böblingen und der VfL Sindelfingen. Im Rahmen des Projekts sollen auch Unterrichts- / Seminareinheiten zum Thema „Psychosoziale Belastungen“ angeboten werden. Für diese Seminareinheiten sucht der WLSB stellvertretend für die genannten Sportvereine ExpertInnen aus den angesprochenen Regionen, die bereit und in der Lage sind, für MitarbeiterInnen der angesprochenen Unternehmen das Thema psychosoziale Belastung – Hintergründe, Ursachen und Umgang mit denselben – darzustellen und praxisnah zu vermitteln.
Wenn Sie in einer der angesprochenen Regionen oder nahebei ansässig sind, Erfahrung im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung haben und an einer Mitarbeit in diesem Projekt interessiert sind, schicken Sie bitte eine kurze Email an den Kollegen Michael Ziegelmayer im Vorstand der Landesgruppe.
7. Veröffentlichungen von Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG) und Robert-Koch-Institut (RKI)
Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V. (BVPG), in deren Arbeitsgruppe 2 („Betriebliche Gesundheitsförderung“) auch der BDP vertreten ist, hat im Dezember ein Positionspapier "Potential Gesundheit. Empfehlungen der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) zur Weiterentwicklung von Gesundheitsförderung und Prävention in der 17. Legislaturperiode" veröffentlicht.
Die darin enthaltenen sechs Empfehlungen, gerichtet an die verantwortlichen Politiker, verleiht u. a. der Überzeugung Ausdruck, dass Gesundheit vielmehr als volkswirtschaftlich ergiebiges Potenzial denn als Kostenfaktor betrachtet werden müsse.
Das Positionspapier kann auf der Website der BVPG heruntergeladen werden.
Ebenfalls einen Hinweis wert erscheint uns das 48. Heft der Gesundheitsberichterstattung (GBE) des Robert-Koch-Instituts mit dem Titel „Krankheitskosten“. Im Zentrum steht die Frage, welche Krankheit beim wem in welcher Einrichtung des Gesundheitswesens welche Kosten verursacht. Betrachtet wird dabei das Jahr 2006.
Das GBE-Heft 48 "Krankheitskosten" kann schriftlich kostenlos bestellt werden (Robert Koch-Institut, GBE, General-Pape-Straße 62, 12101 Berlin, E-Mail: gbe@rki.de, Fax: 030-18754-3513), und es ist abrufbar im Internet.
8. Aufruf des ZPID zur Teilnahme an Online-Befragung
Das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) führt zur Verbesserung seines Service- und Dienstleistungsangebots eine Online-Umfrage zur Nutzerzufriedenheit durch. Die Umfrage beinhaltet Fragen zu Bekanntheit, Bewertung und Verbesserung seiner Produkte und Dienste. Alle Teilnehmer sollten zumindest mit einem Produkt des ZPID schon einmal in Berührung gekommen sein.
Der Aufwand beläuft sich auf maximal 10 - 15 Minuten. Unter allen Teilnehmern verlost das ZPID als Hauptpreis einen Apple iPod touch der 3.Generation sowie drei USB-Sticks mit 16 GB Speichervolumen.
Die Ergebnisse dienen der Optimierung der Serviceangebote des ZPID. Bitte nehmen Sie sich kurz dafür Zeit.
Ausführliche und stets die aktuellsten Termine finden Sie unter dem Menüpunkt „Aktuelles“ auf unserer Website (Link).
10. April
Treffen des erweiterten Landesgruppen-Vorstands, Ort: Stuttgart
Stammtisch in Freiburg
Freiburger PsychologInnen treffen sich i.d.R. an jedem zweiten Dienstag des Monats zu einem Stammtisch. Neben dem kollegialen Austausch informieren sich KollegInnen gegenseitig oder lassen sich zu spezifischen Fragen von externen Fachleuten beraten. Es sind schon wieder viele spannende Themen projektiert.