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Bericht zur Informationsveranstaltung "Arbeit und Epilepsie" am 2. April 2009
In Zusammenarbeit mit dem Modellprojekt Epilepsie bot die Landesgruppe Baden-Württemberg am 2. April 2009 im Berufsbildungswerk Waiblingen eine kostenlose Fortbildung zum Thema „Epilepsie und Arbeit“ an.
Ziel dieses Projektes ist es, junge Menschen mit Epilepsie beim Übergang von der Schule in eine Ausbildung und von der Ausbildung in das Berufsleben zu unterstützen. Dies geschieht durch die Zusammenarbeit mit möglichst vielen an diesen beiden Schnittstellen beteiligten Verantwortungsträgern und Institutionen, z. B. Schulen, Agentur für Arbeit, Integrationsfachdienste, niedergelassene Epileptologen und Betriebe. Als potentielle Arbeitgeber für die Betroffenen sind Betriebe ein sehr wichtiger Netzwerkpartner.
In vielen Betrieben besetzen Dipl.-Psychologinnen und Dipl.-Psychologen eine Schlüsselposition bei der Auswahl und Betreuung von Mitarbeitenden. Deshalb waren die Projektmitarbeiterinnen besonders erfreut über das Interesse des BDP, die Fortbildung „Epilepsie und Arbeit“ ihren Mitgliedern anzubieten.
Neben den Mitgliedern des BDP nahmen auch andere mit der Beratung von jungen Menschen mit Epilepsie betraute Fachpersonen die Gelegenheit wahr, sich über die medizinischen, psychosozialen und sozialrechtlichen Aspekte von Epilepsie weiterzubilden.
Im medizinischen Teil wurden die Ursachen und Anfallsformen der Epilepsie, mögliche Auslöser epileptischer Anfälle und Erste-Hilfe-Maßnahmen besprochen und an Fallbeispielen veranschaulicht. Bei den psychosozialen Aspekten ging es vor allem darum, die durch die Erkrankung und ihre medikamentöse Behandlung entstehenden psychischen und sozialen Beeinträchtigungen zu verdeutlichen (Selbstwert, Kontrollverlust über den eigenen Körper, Scham, Angst vor Ausgrenzung und Stigmatisierung, hohe Anforderungen an die soziale Kompetenz der Betroffenen) und mögliche Unterstützungsangebote und –organisationen (psychoedukative Trainingsprogramme wie MOSES*, Selbsthilfegruppen oder professionelle Unterstützung in Schwerpunktpraxen und Epilepsieberatungsstellen) aufzuzeigen. Welche Anforderungen Menschen mit Epilepsie in ihrer Rolle als Arbeitnehmer bezüglich ihrer Mobilität, am Arbeitsplatz und bei Haftungsfragen erfüllen müssen, wurde aus den Fragen und Diskussionsbeiträgen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sichtbar.
Referentinnen dieser Veranstaltung waren Adelheid Kühn, Dipl.-Psychologin im Berufsbildungswerk Waiblingen und Michaela-Pauline Lux, Dipl.-Sozialarbeiterin / Dipl.-Sozialpädagogin im Epilepsiezentrum Kork. Beide sind Mitarbeiterinnen im Modellprojekt Epilepsie.
Die Fortbildung wurde von der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg mit zwei Fortbildungspunkten akkreditiert und erhielt von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein sehr positives Feedback.
* MOSES = Modulares Schulungsprogramm Epilepsie
Sigrun Koch (24.05.2009)
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