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Fachtagung Mobbing-Hotline am 14. Juli 2008

Die DRV (Deutsche Rentenversicherung) Baden-Württemberg, früher LVA, hat im Herbst 2007 das Projekt „24-Stunden-Mobbing-Holine“ ins Leben gerufen (Einladungsflyer). Es sieht vor, gemeinsam mit Mobbing-Telefonen, die in verschiedenen Städten des Landes bereits bestehen, ein Rund-um-die-Uhr-Angebot für Mobbing-Betroffene aufzubauen.

Der Betrieb dieser Mobbing-Hotline erfolgt ehrenamtlich. Parallel zum telefonischen Kontaktangebot wird es eine Website mit vertiefenden Informationen und weiteren Kontaktangeboten geben (Website zur Mobbing-Hotline). Ergänzend zur Hotline wird ein Netz von ExpertInnen aufgebaut, an die die Ratsuchenden ggf. weiterverwiesen werden können, dazu gehören PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, RechtswanwältInnen, ÄrztInnen, Betriebsräte und Gewerkschaften.

Ein weiteres Angebot der Mobbing-Hotline sind Weiterbildungsmöglichkeiten für verschiedene Personengruppen, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit mit Mobbingbetroffenen zu tun haben, dazu gehören neben den oben genannten natürlich vor allem Führungskräfte in Unternehmen.

Die Mobbing-Hotline hat einen Beirat eingerichtet, in dem neben Vertretern verschiedener Akteure in diesem Feld wie etwa Betriebsärzte, Mobbing-Telefone, KD (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt), DGB und Berufsgenossenschaften auch der BDP durch das Vorstandsmitglied der Landesgruppe, den Kollegen Michael Ziegelmayer, vertreten ist. Durch seine Initiative gelang es, die Rolle der PsychologInnen und PsychotherapeutInnen als wichtigen Ansprechpartnern im Zusammenhang mit Mobbing-Fällen deutlich zu machen.

Ein erstes Ergebnis dieser Arbeit war die Einladung aller KollegInnen aus der Landesgruppe, über deren Emailadressen wir verfügen, zur Fachtagung der Mobbing-Hotline am 14. Juli in Glottertal. Leider nicht mit der Sozialministerin persönlich, sondern nur in Anwesenheit des zuständigen Staatssekretärs wurde an diesem Tag die Mobbing-Hotline offiziell in Betrieb genommen.

Die DRV Baden-Württemberg hat dieses Projekt gestartet, da sie im Rahmen ihrer umfangreichen Rehabilitationsmaßnahmen darauf aufmerksam wurde, dass das Thema Mobbing in Betrieben und Organisationen einen immer größeren Stellenwert im Zusammenhang mit der Entstehung psychischer Störungen und Erkrankungen hat.

Die Hotline erfuhr unmittelbar nach Schaltung der kostenlosen Servicenummer einen so starken Zuspruch, dass nur einer von zehn eingehenden Anrufen entgegengenommen werden konnte. Dies zeigt den deutlichen Bedarf in dieser Richtung.

Die Fachtagung vermittelte unter verschiedenen Schwerpunkten einen breiten Hintergrund zum Thema Mobbing - Entstehung, aktuelle Situation, Bedeutung für den Gesundheits- bzw. Krankenstand in den Betrieben und Verwaltungen, Strategien zum Umgang bzw. zur Prävention von Mobbing etc.

Einführend sprach Frau Stakelbeck von der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund über "Genese von Konflikteskalationen und Mobbing – gesellschaftliche Rahmenbedingungen, betriebliche Risikofaktoren und unternehmerische Bewältigungspotenziale". Als eine der MitautorInnen des Mobbing-Reports 2002 und eines neuen Handbuchs zur Konfliktprävention in kleinen und mittleren Unternehmen gelang es ihr sehr gut, den allgemeinen Rahmen, die Bedeutung des Phänomens Mobbing für Betriebe und Wirtschaft, aber auch Ansätze zu seiner Vermeidung darzustellen.

Vertiefend folgten am Nachmittag insgesamt fünf Workshops, in denen ein intensiver Austausch zu folgenden Themen stattfand: 

  • Effiziente Bausteine für die erfolgreiche Etablierung einer konstruktiven Konfliktkultur in Unternehmen und Verwaltung 
  • Konfliktprävention in kleinen und mittleren Unternehmen 
  • Strukturelle Faktoren für gesunde Unternehmen und Verwaltungen 
  • Der Einfluss psychosozialer Fehlbelastungen in Unternehmen und Verwaltungen bei der Genese psychischer Erkrankungen 
  • Führungsstil und Führungsverhalten - Schlüsselfaktoren im Mobbinggeschehen

Der letzte Workshop, der sehr gut besucht war, wurde vom Kollegen Michael Ziegelmayer gestaltet.

Die sehr positive Resonanz auch unter den psychologischen und psychotherapeutischen KollegInnen bei der Teilnahme an der Fachtagung hat auch für die übrigen Beteiligten deutlich gemacht, dass Psychologen und PsychotherapeutInnen beim präventiven und kurativen Umgang mit der Mobbing-Problematik in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden. Kolleginnen und Kollegen, die an weiteren Informationen und an einer Kooperation mit der Mobbing-Hotline interessiert sind, wenden sich bitte an den Kollegen Michael Ziegelmayer per Email.

Michael Ziegelmayer (31.07.2008)